
BFS - Bundesverband Filmschnitt Editor e.V.
„Der Schnitt ist einer der emotionalsten Momente des Filmemachens. Es ist ungemein aufregend zu sehen, wie der Film zu atmen beginnt." (Federico Fellini, 1959)
Schnitt, Montage, Editing... verschiedene Bezeichnungen für ein und denselben Prozess - den Filmschnitt.
Der Beruf der Filmeditorin bzw. des Filmeditors umfasst verschiedene Tätigkeitsbereiche:
Mit dem zweiten Bereich befasst sich folgendes Berufsbild:
Der Schnitt von Film- und Fernsehwerken ist der schöpferische und eigenverantwortliche Tätigkeitsbereich der Editoren in Zusammenarbeit mit der Regie. Den Filmeditoren obliegt die komplexe Aufgabe, inszeniertes oder dokumentarisches Material zu montieren, ihm Rhythmus, Spannung und Fluß zu geben.
Die Anforderung, sich die gestalterischen Vorgaben von filmischer Erzählung, Inszenierung und Kameraführung zu eigen zu machen, erfordert ein großes Maß an Einfühlungsvermögen sowie kritischer Distanz, denn Drehbuch, Regie- und Kamerakonzeption werden erst im Schnitt überprüfbar.
Der Filmeditor muß die Wirkung von Szenen beurteilen können, um ihren Ablauf, ihre Dramaturgie und ihren Rhythmus herauszuarbeiten. Bei der ersten Schnittfassung des Filmes werden bereits Entscheidungen bezüglich der Erzählform getroffen, auch wenn sich der Gesamtablauf noch nach den Vorgaben des Drehbuchs richtet. In den weiteren Schnittphasen kann die Erzählstruktur des Filmes durch Neuordnung von Schnittfolgen, Umschneiden und Kürzungen verändert werden. Beim Feinschnitt werden dann durch scheinbar marginale Änderungen wie z.B. Verlängerungen, Kürzungen einer Sequenz oder kleinere Umstellungen, Tempo, Rhythmus und Timing des Filmes herausgearbeitet.
Die Editoren begleiten den gesamten Endfertigungsprozess und sind in ihrem Bereich verantwortlich für die technisch korrekte Fertigstellung des Filmes zum vereinbarten Termin.
Ob es um Effekte, Titel, Synchronisation, Vertonung oder Tonmischung geht, sie brauchen ein umfassendes Wissen über filmtechnische Abläufe und Zusammenhänge. Die schnelle technische Entwicklung im Medienbereich erfordert von dem Editor eine ständige Weiter- und Fortbildung.
Neben dem Abschluss an einer staatlichen Filmhochschule Fachrichtung Schnitt gibt es seit 1996 auch eine staatlich anerkannte Berufsausbildung zum Film- und Videoeditor, die zusammen mit einer Tätigkeit als Schnittassistenz die Grundlage für den Beruf des Filmeditors schafft.
Der Junior-Editor entspricht dem Berufsbild des Filmeditors mit geringer Berufserfahrung.