
BFS - Bundesverband Filmschnitt Editor e.V.
Die Tongestaltung hat einen großen Anteil an der künstlerischen Gesamtwirkung eines Filmes. Gerade die akustische Information trägt viel zur (häufig unbewusst wahrgenommenen) Definition von Ort und Zeit bei. Sie ist ein dramaturgisches Mittel zur Schaffung einer emotionalen Grundstimmung, welche die Bildwirkung ergänzt und erweitert. Dramatische Bildef-fekte entfalten häufig erst im Zusammenspiel mit Musik und Geräuschen ihre volle Wirkung.
Aufgabenbereiche des Soundeditors:
O-Tonbearbeitung:
Sprachsynchron:
Geräuschsynchron:
Atmos und Effekte / Sound Design:
Musikschnitt:
Mischung:
Supervising Sound Editor:
Anmerkung: Die Besetzung eines Supervising Sound Editor ist im deutschsprachigen Raum bislang noch eher die Ausnahme. Dessen Aufgaben übernimmt bei uns im allgemeinen der Sound Editor / Tongestalter mit, was bei entsprechend knappen Terminvorgaben zu Einschränkungen im kreativen und/oder organisatorischen Bereich führen kann.
Der eigenständige Beruf des Sound Editors bzw. Tongestalters begann sich im deutschsprachigen Raum erst Anfang der 90er Jahre zu etablieren. Zuvor war es mehrheitlich üblich, dass der Bildeditor mit seinen Assistenten die Tonbearbeitung selbst durchgeführt hat. Die veränderten Arbeitsabläufe durch Einsatz von digitalen Schnittsystemen, der Wegfall von parallel arbeitenden Assistenten und die angepassten Terminvorgaben mussten zwangsläufig zu einer Aufspaltung in Bild- und Tonschnitt führen. Mittlerweile ist es (zumindest im Spielfilmbereich) fast ausnahmslos üblich, die gesamte Tonbearbeitung inklusive O-Ton-Schnitt an einen oder mehrere Sound Editoren abzugeben. Das hat unter anderem zur Folge, dass oft weiter am Bildschnitt gearbeitet wird, während bereits die Vertonung läuft.
Zur personellen Trennung von Bildschnitt und Tongestaltung gibt es zwei unterschiedliche Haltungen: Für viele Bildeditoren ist der Tonschnitt Teil ihres Gesamtkonzeptes und eine Arbeit, die sie selber durchführen oder sich zumindest die Supervision vorbehalten wollen. Dagegen steht die Auffassung, dass ein eigenständiger Tongestalter durch seine besondere Aufmerksamkeit und Erfahrung die Tonebene eines Filmes wesentlich bereichern kann. Die Spezialisierung auf die Tongestaltung trägt den gestiegenen technischen Anforderungen und der Vielfalt der verwendeten digitalen Systeme Rechnung und bietet außerdem ein zusätzliches kreatives Element für die dramaturgische Gesamtgestaltung eines Filmes.